www.house-of-it.eu

16.12.13Zwischen Big Data und Privatsphäre – Herausforderungen und Chancen für die digitale Zukunft 

Mit der ständig zunehmenden, digitalen Verfügbarkeit von großen Datenvolumen können Unternehmen exakte Vorhersagen und bessere Entscheidungen treffen. Doch welche Gefahren birgt die Erfassung unserer Daten für die Privatsphäre des Einzelnen? Privacy, Big Data und die Auswirkungen des Future Internet auf Wirtschaft und Gesellschaft standen im Zentrum des 2. Future Internet Kongress, der am 4. Dezember 2013 unter der Schirmherrschaft von Hessens Wirtschaftsminister Florian Rentsch im Frankfurter Palmengarten stattfand.

Nach der Eröffnung des Kongresses durch Staatsminister Florian Rentsch und Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel, Präsident der Technischen Universität Darmstadt, stellte Karl-Heinz Streibich, CEO der Software AG, die Chancen der neuen Technologien für Unternehmen dar: Daten sammeln allein bringe noch keinen Nutzen, so sein Fazit. Nur durch die Wandlung von Big Data zu Smart Data, also durch intelligente Verknüpfung und Analyse der Daten, könne man tatsächlich Mehrwert generieren. Hierfür existieren moderne Softwarelösungen, die unter anderem zur Optimierung der Logistik genutzt werden können.

Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Club, adressierte in ihrem Beitrag die aktuelle Debatte um Befugnisse und Grenzen der Datensammlung durch Geheimdienste und wies mit deutlichen Worten auf die Gefahr einer Massenüberwachung der Gesellschaft hin. Frank Schirrmacher, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, rief zur Differenzierung auf: So seien die neuen Technologien hinter dem Schlagwort Big Data an sich weder gut noch schlecht – Wirtschaft, Gesellschaft und Politik müssten aber dort besonders wachsam sein, wo aus den verarbeiteten Daten konkrete Handlungen abgeleitet und die Schicksale von Menschen beeinflusst würden. Als Beispiel nannte er Geräte, die im Auto das Fahrverhalten protokollieren, oder Zahnbürsten, die Daten über das Nutzerverhalten an die Krankenversicherungen weitergeben. Zur Regulierung der Datenströme, so sein Appell an Politik und Gesellschaft, müssten einheitliche europäische Regelungen geschaffen werden. Die Wichtigkeit der Betrachtung von Privatsphäre im Zusammenhang mit Big Data betonten auch Ritu Agarwal von der University of Maryland und Prof. Alexander Roßnagel (Universität Kassel) in ihren Vorträgen.

Big Data war auch Gegenstand der abschließenden Podiumsdiskussion, an der neben Constanze Kurz und Frank Schirrmacher auch Frank Riemensperger (Accenture GmbH), Hessens Wirtschaftsstaatssekretär Steffen Saebisch sowie Rainer Zinow (SAP AG) teilnahmen. Während Frank Riemensperger und Rainer Zinow die wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten und die Chancen von Big Data betonten, wiesen Constanze Kurz und Frank Schirrmacher insbesondere auf die Bedeutung einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung hin. Frank Riemensperger nannte unter anderem das Ziel, die Digitalisierung in Deutschland und Europa voranzubringen. Staatssekretär Steffen Saebisch hob hervor, dass Transparenz bei der Datenverarbeitung und nutzerfreundlichere Regelungen wichtig seien. „Bestehende Grundprinzipien des Datenschutzes müssen weiterentwickelt und an die Gegebenheiten des Internets angepasst werden“, so Saebisch.

Prof. Dr. Peter Buxmann, Wirtschaftsinformatiker an der TU Darmstadt und Vorstandsmitglied im House of IT, betonte die Bedeutung der Auseinandersetzung mit diesen wichtigen Zukunftsthemen: „Ich freue mich, dass wir zum zweiten Future Internet Kongress von House of IT und Hessen-IT wieder hochkarätige und fachlich exzellente Referenten gewinnen konnten. Über 400 Teilnehmer belegen, dass ein großes Interesse an der interdisziplinären Auseinandersetzung mit dem Thema Future Internet besteht und der Kongress sich etabliert hat. Diese Erfolgsgeschichte möchten wir auch in den kommenden Jahren fortsetzen“.

Flankiert wurde das Hauptprogramm des Kongresses vom Future Internet Camp, das spannende Aspekte der Digitalisierung von Arbeits- und Lebenskultur – von 3D-Druck und der noch jungen Makers-Bewegung bis Entrepreneurship 2.0 – beleuchtete. Der jährlich stattfindende Future Internet Kongress richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik und wird vom House of IT gemeinsam mit der Aktionslinie Hessen-IT des Hessischen Wirtschaftsministeriums organisiert.

Alle Informationen zum Future Internet Kongress 2013, den thematischen Schwerpunkten und den Referenten sowie Fotos von der Veranstaltung finden Sie unter www.future-internet-kongress.de .

 

Kalender

zurück
Dezember 2018
Mo Di Mi Do Fr Sa So
26 27 28 29 30 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6